von Roberto Kort

Goldene Himbeere von uns für den Blockbuster der Energiewende

 

„POWER TO CHANGE„
 eine Veranstaltung des Regionalen Planungsverbands Westmecklenburg

Das Klimaschutzteam des Regionalen Planungsverbandes Westmecklenburg (RPV-WM) lud nicht nur ihre Mitglieder zu dem Film
  „POWER TO CHANGE„ in das Capitol Schwerin ein.
 Wer die Ankündigung auf der Website des RPV-WM rechtzeitig las, konnte ebenfalls Karten für die am Ende ausgebuchte Veranstaltung bekommen.

Sehr geehrte Damen und Herren,im Rahmen der Umsetzung des Regionalen Energie- und Klimaschutzkonzeptes freut sich das Klimaschutzmanagement, zur Vorführung des Films „POWER TO CHANGE die Energierebellion“ des Regisseurs Carl-A. Fechner, ins Filmhaus Capitol Schwerin (Wismarsche Straße 128) einladen zu dürfen.Wir hoffen mit Ihnen einen anregenden Abend zum Thema Energiewende verbringen zu können und laden Sie herzlich ein, im Anschluss an die Filmvorführung, an einer Diskussion zur Energiewende in der Region Westmecklenburg teilzunehmen. Unterstützen werden uns hierbei:

Dr. Josef Wolf, Geschäftsführer der Stadtwerke Schwerin,Tobias Struck, Leiter Energiespeicher und Projekte WEMAG AG,Rudolf Borchert, Vorsitzender des Landesverbandes Erneuerbarer Energien M-V.

 

Drei Mitstreiter unseres Aktionsbündnisses Freier Horizont sahen sich den Film an und nutzten die anschließende Diskussionsrunde, um unsere Sichtweise den Veranstaltern und dem Publikum zu erläutern.

Das offensichtliche Ziel der Veranstalter war, die Mitglieder des RPV-WM von dem richtigen Weg der sogenannten Energiewende und des Landesenergiekonzeptes unserer Landesregierung zu überzeugen.

Dies konnte der Film mit seinen vielen Sprüngen allerdings nicht leisten. 
Der von Emotionen getragene Film schilderte einige persönliche Geschichten. 
Er sprang zwischen den technischen Möglichkeiten und seiner Mahnung, dass es für die Zukunft keine anderen Alternativen, als die regenerativen Energien gibt, hin und her. Zum Beispiel wurde der Kampf um fossile Rohstoffe und Energien als Ursache für den Ukraine Konflikt genannt. Und implizierte, dass eine unabhängige Energieversorgung, natürlich mit regenerativen Energien, Konflikte lösen bzw. nicht entstehen lassen. Ob das so ist, sei dahingestellt. 
Allein die Objektivität fehlte bei dieser Betrachtung und des ganzen Films.
 Die Regenerativen Energien werden als Heilmittel gegen den Klimawandel und als Lösung zur Vermeidung von kriegerischen Konflikten um Rohstoffe und auch noch des Flüchtlingsproblems dargestellt. So sehen es jedenfalls die Filmemacher und die Unterstützer des Filmprojekts, die fast allesamt wirtschaftliche Profiteure der sogenannten Energiewende sind.
 So wird von Ihnen natürlich auch die böse Atom- und Kohlelobby dafür verantwortlich gemacht, dass der Ausbau der regenerativen Energien, bzw. das Milliardengeschäft damit stockt.

Auch die Milliardensubventionen für die seit Jahrzehnten zuverlässige Energieversorgung aus Atomenergie und Kohle werden angeprangert. Allerdings ohne zu erwähnen, dass wenn man diese gesamten Subventionen auch noch in die regenerativen Energien stecken würde, immer noch keine zuverlässige Stromversorgung damit möglich wäre.
 Fehlende Netze und Speichertechnologien sind noch in weiter Ferne.
 Der Film stellt dies als kurzfristig lösbar dar. Und spätestens da erkennt man, dass man sich einen Propaganda- Film der Lobby der Industrie der Regenerativen Energien anschaut. 
Wir brauchen Pioniergeist und neue Lösungsansätze um das Energieproblem für die Zukunft zu lösen. Das ist das Gute und Positive, was man aus diesem Film 
mitnehmen kann. 
Diese Lösungsansätze sollten aber auf die physikalischen und mathematischen Grundgesetze, auf eine zuverlässige Energieversorgung und auf wirtschaftliche Machbarkeit zielen.

Dies schien jedoch dem Cheflobbyisten Herrn Rudolf Borchert, vom Landesverband Erneuerbare Energien MV (LEE MV) nicht so wichtig.
 Er machte das, was von ihm als Vorsitzender eines Lobbyvereins zu erwarten war und forderte den weiteren Ausbau von Solar- und Windkraft und die dafür zur Verfügung zu stellenden Flächen. 
Immer mehr Flächen für Windkraft oder Solaranlagen, die wegen Überkapazitäten niemand braucht, aber deren Bau die Geschäfte der Industrie unterstützt, dessen Lobbyverein er vorsteht.

Obwohl Punkt 2 der Satzung des Lobbyvereins sagt:


„Der Zweck des Vereins ist der Einsatz für Umweltschutz und Umweltbildung“

ist ihm die Umwelt, insbesondere der Artenschutz, ziemlich egal. 
Das lassen jedenfalls seine Aussagen und Anträge in der Verbandsversammlung des RPV-WM vermuten. Er versuchte in einem Antrag den Schutz des Rotmilans außerhalb von Dichtezentren aufzuheben und damit gegen das Bundesnaturschutzgesetz zu verstoßen.


Auch hier macht er lediglich seine Lobbyarbeit... also nichts Überraschendes von Herrn Borchert.

Für Überraschung sorgten jedoch der auch im Podium der anschließenden Diskussionsrunde stehende Herr Dr. Wolf von den Stadtwerken Schwerin und der Herr Struck vom Energieversorger WEMAG.
 Diese argumentierten anschaulich und sachlich die tatsächliche Situation und Problematik der erneuerbaren Energien und stellten sich den Fragen des Publikums.

So zählte Herr Dr. Wolf alles auf, was man mit den Stromüberkapazitäten der regenerativen Energien machen kann. 
Power to Gas, Power to Heat, Power to Liquid.

Alles Verfahren mit erheblichen Energieverlusten und erheblicher Unwirtschaftlichkeit. Vielleicht aber besser als Strom zu verschenken oder abzuschalten.
 Er erklärte aber auch, dass mangels Rohstoffknappheit für die erforderlichen Batterien, eine Elektromobilität in Größenordnungen derzeit unmöglich erscheint.

Herr Struck erklärte dann, was der 5 Megawatt große Energiespeicher der WEMAG leisten kann. Mit der Speicherkapazität von immerhin 1,5 modernen Windkraftanlagen ist er lediglich in der Lage, die Frequenz des Energienetzes, welche durch die großen Mengen an unstetigem Wind und Solarstrom belastet ist, ein wenig auszugleichen und zu glätten. Und dies alles mit verschleißbehafteten Lithium- Ionen- Akkus, die über kurz oder lang sonderentsorgt werden müssen. Dies sollte man allerdings nicht schlecht reden. Die Zukunft wird zeigen, ob dies ein längerfristiger Weg sein kann.

Interessant war eine andere Zahl. Herr Struck erklärte dem Publikum, dass immer öfter Windkraftanlagen mit einer Leistung von bis zu 200 Megawatt im Netz der WEMAG abgeschaltet werden. 
Das deckt sich mit den Presseberichten der letzten Monate. Es gibt erheblich zu viel regenerativen Strom, nicht nur in Mecklenburg- Vorpommern, welcher außerdem immer größer ausufernde Kosten verursacht. Dies ist höchst ungerecht und unsozial, weil Entgelte, für nicht gelieferten oder ins Ausland verschenkten Strom an die Ökoindustrie, vom Verbraucher bezahlt werden.

Da konnte dann Herr Schmude von der Geschäftsstelle des RPV-WM sich nur noch damit rechtfertigen, dass sein Amt ja lediglich den politischen Willen im Rahmen des Baurechts umsetzen muss.

Das Aktionsbündnis Freier Horizont fordert auf Grund der Überkapazitäten der regenerativen Energien in unserem Land, die Regionalen Planungsverbände und die Ämter für Raumordnung und Landesplanung in M-V auf, den Menschen und der Natur wieder mehr substantiellen Raum einzuräumen. Es besteht überhaupt keine Notwendigkeit, den Eignungsraum für regenerative Energien bis auf das Letzte auszunutzen.

Wir fordern mehr Mut zur Wahrheit und alternative Denkansätze aus den Ämtern für Raumordnung und Landesplanung und des Regionalen Planungsverbandes. Allein politischer Wille und ein nicht mehr zeitgemäßes Landesenergiekonzept dürfen nicht die Grundlagen für wiedersinniges Handeln sein. Wenn jetzt schon feststeht, dass zukünftige Windkraftanlagen ebenfalls oft abgeschaltet werden müssen, kommt man dem fragwürdigen Ziel, ein „Stromexportland“ zu werden, nicht näher. Viel hilft eben nicht viel, sondern verschärft die bestehenden Probleme.

Die Ausrichtung der Raumplanung soll endlich wieder mehr den Schutz von Umwelt, Natur und Menschen berücksichtigen und im Zweifel, eher weniger als mehr Eignungsgebiete ausweisen.

Ein Schritt in die richtige Richtung ist, die strikte Einhaltung der Abstandkriterien der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten LAG-VSW und ein Mindestabstand von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung von 2000m.

 

Roberto Kort

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